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Ausstellungseröffnung: Uwe Pfeifer - Traum / Bilder

Gemälde
18.02.2017
16:00 Uhr
galerie ada, Bernhardstraße 3

Wenn der nüchterne Verstand schläft und die Phantasie die Realität durchkreuzt, erwachen die Tagträume. Wunschvorstellungen, Rätsel und Melancholie, Ängste und Begierden irrlichtern in dem ungewissen Raum, den ein unverhofftes Innehalten im Kreiseln der Notwendigkeiten und Rationalitäten eröffnet. Der Maler Uwe Pfeifer erfasste in einer Folge von großformatigen Gemälden mit dem verbindenden Titel „Tagtraum“ diese ambivalente Atmosphäre. Die entstandenen Bilder sind von zwingender Komposition, leuchtend in den vor dämmerndem Grund aufscheinenden Farben und schmerzlich in der Gestik der Figuren. In ihrer Gesamtheit entwerfen sie gleichsam ein Sittenbild unserer Zeit. Es geht um Glanz und Elend, um Einsamkeit und die Sehnsucht nach Liebe, um Gier und Grausamkeit, um Scheitern und Reue und um das stete Einsickern der Vergangenheit in die Gegenwart.

Der gültigen Präzision solcher Beobachtungen antworten im Schaffen Uwe Pfeifers empfindsame Naturdarstellungen, die ohne die Präsenz des Menschen auskommen und doch den Menschen meinen. In ihrer belangvollen Schönheit vermitteln sie die wechselseitige Durchdringung der Werte von Natur und Gesellschaft. Eine Korrelation, die zugleich einen Bildzyklus im thematischen Spannungsbogen dieser Ausstellung verankert, der die unterirdische, so künstliche wie elementare Welt eines Salzbergwerkes offenbart. Als Maßstab verbindlicher Wahrnehmung begegnet den genannten Sujets die ausdrucksstarke Porträtkunst Pfeifers, die es vermag, den unveräußerlichen Gehalt an Eigenheit oder die Fragilität emotionaler Gleichgewichte wiederzugeben.

Kunstgeschichtlich betrachtet, steht Uwe Pfeifer in der Nachfolge Wolfgang Mattheuers und Werner Tübkes und ist hierin der Leipziger Schule zuzurechnen. Sein Werk ist durch einen figürlichen Realismus gekennzeichnet, der Elemente altdeutscher Malerei, der Romantik, des Verismus und des Surrealismus einbezieht. Aber auch Halle, die Heimatstadt des Künstlers, gab mittels ihrer Kunsttradition wichtige Impulse, die sich beispielhaft in der Fähigkeit zeigen, lyrisches Empfinden mit sachlichen Mittel zu gestalten.