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Der Blaue Salon

Meininger Mittwochsgesellschaft
15.11.2017
18:30 Uhr

Kooperation zwischen Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung/Fachbereich Polizei und Meininger Staatstheater

Programm am 15.11.2017, 18.30 Uhr 

„Sinti und Roma – die Schatten von Auschwitz und der lange Kampf um Anerkennung”

Gast:  Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma)  

Die Ausgrenzung von Sinti und Roma begann schon während der Herausbildung der modernen Territorialstaaten in Europa. In der Zeit des Nationalsozialismus fand sie ihren grausamen Höhepunkt: Über 500.000 Sinti und Roma wurden aus rassischen Gründen verfolgt und ermordet. Erst 1982 erkannte die Bundesregierung den Völkermord an ihnen offiziell an. Ihre Ausgrenzungsgeschichte sowie heutige gesellschaftliche Herausforderungen beim Abbau der Diskriminierung gegenüber Sinti und Roma stehen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

 

Vorschau 20.12.2017 18.30 Uhr

„Hassgewalt und Rechtsterrorismus”

Gast: Dr. Matthias Quent (Leiter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft)

In den vergangenen Jahren ist in Thüringen und Deutschland die Zahl von Gewalttaten und Anschlägen gegen Minderheiten stark angestiegen. Die Differenz zwischen den behördlichen, öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Bewertungen und Einordnungen von solchen Straftaten weist auf ein Spannungsfeld hin: Wann sind Taten Amok, politisch motiviert, vorurteilsgeleitet oder gar terroristisch?

Die im Juli 2016 in München verübte Mehrfachtötung von 9 Menschen aus Einwandererfamilien durch einen jungen Täter mit rechtsextremen Einstellungen und iranischen Wurzeln stellt einen tragischen Höhepunkt hinsichtlich der Bewertung des politischen Hintergrundes von Straf- und Gewalttaten dar. Die Tat wird durch die Behörden bisher nicht als politisch motiviert eingeordnet, obwohl auch die Ermittler/innen von einem Motivbündel ausgehen, zu dem auch rassistische Motive zählen.

Drei von der Landeshauptstadt München bestellte Gutachter – darunter der Referent Dr. Quent – argumentieren, es handele sich dabei um Hassverbrechen bzw. um die politisch motivierte Tat eines allein handelnden Terroristen – vergleichbar mit Anschlägen von islamistischen Einzeltätern.

Bei der Veranstaltung werden internationale Fallstudien, Konzepte und Argumente der Auseinandersetzung mit Hassgewalt und Rechtsterrorismus diskutiert.