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5. Thüringer Schlössertage: Aufgeregt - Skandale, Intrigen und Seitensprünge

16.05.2018 bis 21.05.2018


Die Thüringer Schlössertage möchten die Pracht und Bedeutung der früheren Fürstenhöfe lebendig vor Augen führen. Spannende Führungen, Konzerte, lehrreiche Vorträgen und unterhaltsame Veranstaltungen für Familien erwarten die Besucher. Im Jahr 2018 steht das Motto: Aufgeregt! Skandale, Intrigen und Seitensprünge im Mittelpunkt der Veranstaltungen in den ehemaligen Thüringer Residenzen.

Mi,16.05. | 19:00 | Ernestiner Hof
Das Liebespaar Georg und Ellen
Soiree mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
In Meiningen führte die Liebe zwischen dem regierenden Herzog Georg II. und der Schauspielerin Ellen Franz um 1870 für sehr große Aufregung, zumal der Herzog zu Beginn dieser Beziehung noch mit Prinzessin Feodora von Hohenlohe-Langenburg verheirate war. Die heimliche Hochzeit 1873 schockierte die Adelswelt bis an allerhöchster Stelle, die Meininger Hofgesellschaft hatte größte Mühe, sich mit dieser Situation abzufinden. Dabei war diese Ehe auch nach Adelsrecht einwandfrei und kulturpolitisch ein äußerst nachhaltiger Segen für Meiningen. Dr. Maren Goltz analysiert seit Jahren das Wechselspiel zwischen Privatvergnügen und Landesentwicklung im Leben dieser beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten.
Eintritt; 3,50 € | 2,50 €

Fr, 18.05. | 19:00 | Theatermuseum
Der besondere Vortrag: Sex-Skandal im Kaiserreich: Orgie im Jagdschloss Grunewald

Referent Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, Berlin/PotsdamNach einer Schlittenfahrt wurde im Jagdschloss Grunewald im Januar 1891 ausgelassen gefeiert – Angehörige der Berliner Hofgesellschaft kamen sich näher als die Etikette vorsah. Die Orgie löste einen Sexskandal aus, der tödlich endete. Und die Gemahlin des letzten Herzogs von Sachsen-Meiningen, Charlotte, gehörte als Schwester des Kaisers zu dieser Hofgesellschaft …
Eintritt; 8,- € | 6,- €

Sa, 19.05. | 16:00 | Schloss Elisabethenburg
Führung durch die Ausstellung: shakespeare d(r)amen
lllustrationen von Jacky Gleich, Anke Feuchtenberger, Susanne Janssen, Pascale Küng, Alice Wellinger

So, 20. 05.
Familientag in den Meininger Museen
Tageskarte 4,50 / 3,- €, Familien 8,- €

10:00 bis 18:00 Uhr Programme für die ganze Familie
mit Wasserspielmobil, Riesenseifenblasen, Musikdroschken, Kunst ab 2 mit der Brigade Kunsthunger und „Puppenheater vom Feinsten für die Großen und die Kleinsten“

11:00 Uhr
Musik- und Theaterstadt Meiningen
Stadt- und Ausstellungsführung mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
Treff Meininger Theater, Kammerspiele, Bernhardstraße 3
7,- €

15:00 Uhr | Schlosskirche
Ausstellungseröffnung: Zeitenwende im Herzogtum Sachsen-Meiningen –
Personen und Ereignisse im Umfeld des Endes der Monarchie 1918

In Meiningen warf die Zeitenwende bereits 1914 ihre Schatten voraus: Ein großer Herzog starb hochbetagt. Einer, der sich nicht nur als Theaterherzog europaweit einen Namen gemacht, sondern auch sein Land zu einem liberalen Musterstaat umgebaut hatte. An dem Tag, als er auf dem Meininger Stadtfriedhof begraben wurde, fielen die Schüsse von Sarajewo, die gemeinhin als Auslöser des Ersten Weltkrieges gelten. Endlich gelangte der als der „ewige Kronprinz“ bekannte Bernhard III. von Sachsen-Meiningen an die Regentschaft, nur um sie wenige Wochen später pro forma an seine, wegen ihrer Kapriolen nicht gerade beliebte Frau zu übergeben. Er selbst ging an die Front, um Truppen zu inspizieren. Auch mit dem erlassenen Befehl, das Hoftheater und die Hofkapelle aufzulösen, machte er sich keine Freunde und musste sich bald davon distanzieren. Mit der Zeitenwende von 1918 ging eine jahrhundertealte Ordnung zu Ende. Das Herzogtum Sachsen-Meiningen hörte wie alle anderen deutschen Fürstenstaaten auf zu existieren. Im Gegensatz zu manch anderem Staat blieb es jedoch in Sachsen-Meiningen ruhig, da der hiesige Arbeiter- und Soldatenrat über keine weiterführenden landespolitischen Ambitionen verfügte. Dem Architekten und Präsidenten des alten Landtages, Eduard Fritze, gelang es, die Phase eines gefährlichen Interregnums kurz zu halten: Er berief auf eigene Verantwortung zwei Tage nach der Abdankung Bernhards III. einen Landtag für den 12. November 1918 ein. Auf diesem trat das alte Kabinett unter dem Vorsitz von Karl Schaller zurück, nachmittags unterzeichnete
auch der Thronfolger Prinz Ernst die Abdankung und in den Abendstunden wurde
bereits die Übergangsregierung unter dem Vorsitz von Ludwig Freiherr von Türcke bestellt. Diese Regierung wurde auch nach den Wahlen von 1919 beibehalten und ging als Sachsen-Meininger Gebietsvertretung in der Regierung des neu gegründeten Thüringer Landes auf.

16:00 | Marmorsaal
Konzert: Musikalische Audienz am Hofe Georgs II.
Trio Fontane
Noëlle Grüebler, Violine
Jonas Kreienbühl, Violoncello
Andrea Wiesli, Klavier
mit
Mirjam Tschopp, Viola

Heinrich von Herzogenberg: Klavierquartett Nr. 2 B-Dur op. 95
Richard Strauss: Klavierquartett c-Moll op. 13

16:00 | Puppentheater für Kinder
18:00 | Puppentheater für Erwachsene
19:00 | Konzert mit Cathrin Pfeifer, Berlin
21:30 | Feuershow

Mo, 21. Mai | 11:00
Musik- und Theaterstadt Meiningen
Stadt- und Ausstellungsführung mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
Treffpunkt: Meininger Theater, Kammerspiele