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Buchlesung: »Das Glashaus - Carl Lutz und die Rettung ungarischer Juden vor dem Holocaust«

von Prof. Erika Rosenberg-Band
15.09.2017
18:30 Uhr

Ein raffiniertes System von Schutzbriefen und Kollektivpässen war es, das ihnen die Ausreise nach Palästina ermöglichte. Seit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im März 1944 waren die ungarischen Juden der Mordmaschinerie Adolf Eichmanns ausgeliefert. Doch im Sommer 1944 wurde das Glashaus, ein ehemaliges Büro- und Wohngebäude in Budapest, zum Schauplatz dramatischer Ereignisse. Dort hatte der Schweizer Vizekonsul Carl Lutz eine Abteilung mit der nüchternen Bezeichnung »Auswanderungssektion« eingerichtet und zusammen mit ungarischen Widerstandskämpfern gelang es ihm, über 60 000 Menschen vor den Vernichtungslagern zu bewahren. Den Verdienst an dieser Rettungsaktion schrieb die Nachwelt dem Schweden Raoul Wallenberg zu, Carl Lutz wurde zum »vergessenen Helden«. Erika Rosenberg hat sich auf Spurensuche begeben, in Budapest und in der Schweiz, hat Zeitzeugen des Holocaust befragt und die historischen Hintergründe recherchiert.
Man ist wieder mittendrin in der dunklen Zeit und wird doch auftauchen mit dem Gefühl einem „guten Menschen“ begegnet zu sein.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Thüringen statt.
Prof. Erika Rosenberg lernte Frau Emilie Schindler 1990 in Buenos Aires kennen und verfasste – tief beeindruckt von Emilies Geschichte –mehrere Biographien über sie und Oskar Schindler. Sie wurde Schindlers Erbin und Nachlassverwalterin und begleitete Emilie bis zu ihrem Tod am 5.Oktober 2001. Prof. Erika Rosenberg, selbst Nachfahrin deutscher Juden, die nach Argentinien ausgewandert sind, ist Schriftstellerin, Dolmetscherin, Journalistin und Dozentin im Auswärtigen Amt in Buenos Aires. Sie hat eine Biographie über Papst Franziskus verfasst. Ihr aktuellstes Werk „Das Glashaus“ – Carl Lutz und die Rettung ungarischer Juden vor dem Holocaust“ erschien 2016 im Herbig Verlag.
Prof. Rosenberg wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und Austrian Holocaust Award ausgezeichnet.

Die vhs bittet um Voranmeldungen. 03693 50180 oder online