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Die Liebe sucht eine Wohnung

Eine Komödie aus dem Warschauer Getto von Jerzy Jurandot Lesung mit Musik
27.10.2017
20:00 Uhr
Meininger Theater, Kammerspiele

„Wenn man das Theater betrat, verschloss man vor der Polizei die Tür, vor den Gettomauern, dem Typhus und dem Hunger. Vielleicht nur für zwei Stunden aber jedes bisschen zählt.“ Jerzy Jurandot

Im Getto herrscht Wohnungsnot und so müssen sich zwei junge, frischverheiratete Paare ein Zimmer teilen. Wie in einer klassischen Partnertauschkomödie verlieben sich die Paare bald über Kreuz ineinander – was die üblichen Probleme mit sich bringt … Dabei ist das Stück voller Anspielungen auf das Alltagsleben im Getto und die Gazeta Zydowska schrieb, es biete „ein lebendiges Bild, das die Verhältnisse im Wohnbezirk köstlich illustriert“.

Jerzy Jurandots (1911–1979) Liebeskomödie wurde im Januar 1942 im Warschauer Getto uraufgeführt– ein halbes Jahr vor dem Beginn der Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka. Danach wurde das Stück nie wieder gespielt. Jurandot hatte seine Notizbücher allerdings im Getto vergraben, so dass der Stücktext erhalten geblieben ist. In die Öffentlichkeit gelangte dieser jedoch erst durch die Recherchen des Schriftstellers David Safier. Seit Februar 2017 liegt er in deutscher Sprache vor (Übersetzung: Danuta Strobel).

Schauspielerinnen und Schauspieler lesen die Komödie in verteilten Rollen. Mezzosopranistin Elisabeth Stützer sorgt mit jiddischen Liedern und Liedern jüdischer Komponisten begleitet von Fiona Macleod am Klavier für musikalische Einlagen.

Markus Roth,  stellv. Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitherausgeber von „Die Liebe sucht eine Wohnung“, wird über Theater im Warschauer Getto sprechen.



Dramaturgie: Anna Katharina SeteckiEs lesen: Mandy Rudski, Vivian Frey, Yannick Fischer, Mira Elisa Goeres, Evelyn FuchsReferent: Markus RothGesang: Elisabeth StützerKlavier: Fiona Macleod