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Julie

Oper in einem Aufzug von Philippe Boesmans Libretto nach August Strindbergs "Fräulein Julie" von Luc Bondy und Marie-Louise Bischofberger
09.03.2018
20:00 Uhr

"Ich habe einen Versuch gemacht! Ist er missglückt, so ist noch Zeit genug, einen neuen zu machen.” – So schließt August Strindberg sein Vorwort zur 1888 vollendeten Tragödie „Fräulein Julie”; dem ersten „wahren” naturalistischen Drama Schwedens. Dieses seinerzeit umstrittene Werk regte auch den Komponisten Philippe Boesmans an, die Hoffnungen, Utopien und Abgründe der ambivalenten Titelfigur 2004 in Musik zu fassen. Und nicht zufällig bewegt sich auch hier das zum Schei tern verurteilte oder sich selbst verurteilende Paar Jean und Julie im Bann der Mittsommernacht, die bereits bei Shakespeare, Sondheim und anderen die Sehnsüchte ihrer Protagonisten offenlegte, Triebe forcierte und nicht zuletzt ganze Systeme auf ihre verklärende Art in Frage stellte.

Wie Romeo und Julia fliehen die Begehrenden vor den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit, scheitern jedoch weniger an ihrer Umgebung als vielmehr an den dunklen Seiten ihres Seins, bis Jean seine Geliebte in den Suizid treibt. „Und die Ersten sollen die Letzten sein!” – erwidert Julie, den Verlockungen folgend. Strindbergs unterschwellig integrierter Geschlechterkampf und die emotionalen Dissonanzen spiegeln sich auch musikalisch in Boesmans Mittsommernachtsdrama wider: Subtiles Fiebern, vermeintliche Sehnsuchtsmotive und atmosphärisches Flirren locken die Liebenden, doch der finale Untergang klingt immer mit.

Sneak Preview Kostprobe: Julie
17. Januar 2018 __ 19.00 Uhr


Julie: Carolina Krogius, Marianne SchechtelJean: Marián Krej?íkKristin: Monika ReinhardMeininger Hofkapelle, Musikalische Leitung: Mario Hartmuth, Regie: Lars Wernecke, Bühne & Kostüme: Helge Ullmann, Dramaturgie: Anna Katharina Setecki