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Zusatzinformationen

Meininger Staatstheater

Das Meininger Theater ist der Ort, an dem das moderne Regietheater erfunden wurde.
Richard Schechner (New York University).

Meiningen nennt sich nicht umsonst "Theaterstadt". Am Haus in der Bernhardstraße 5 wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert europäische Theatergeschichte geschrieben. Damals ließ Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen historisierende Inszenierungen als Gesamtkunstwerke einstudieren und schickte seine Schauspieltruppe auf Gastspielreisen durch Europa. Die sogenannten “Meininger“, die u. a. eine naturalistische Darstellungsweise propagierten, sorgten für Aufsehen und revolutionierten schließlich die Theaterwelt. Das Prinzip der Einfühlung des Schauspielers in die Rolle zählt heute zu den Grundlagen des Erfolgs der Filmfabrik Hollywood. Die Royal Shakespeare-Company wurde nach dem Vorbild der "Meininger" gegründet. Das Meininger Theater gilt als Geburtsstätte des modernen Regietheaters.

Unter Hans von Bülow stieg die Meininger Hofkapelle zu einem der gefragtesten Klangkörper Europas auf. Berühmte Musiker wie Johannes Brahms, Richard Strauss und Max Reger standen am Dirigierpult. Ab den ersten Bayreuther Festspielen 1876 bildete die Hofkapelle jahrelang den Kern des Festspielorchesters.

Heute ist das Meininger Staatstheater ein Vierspartenhaus, das jede Spielzeit rund 550 Aufführungen im Programm hat, die von ca. 160.000 Zuschauern besucht werden. Das Große Haus wurde 2011 generalsaniert und sieht nun wieder aus wie zu Herzog Georgs Zeiten.

Repertoire: Oper, Operette, Schauspiel, Musical, Ballett, Konzerte, Puppentheater, Bürgerbühne
Großes Haus: 725 Plätze
Kammerspiele im angrenzenden Gebäude: 116+ Plätze
Foyer im Louis-Seize Stil mit Marmorbüsten von Bach, Beethoven, Brahms, Goethe, Kleist, Lessing, Mozart und Schiller: Matineen und Kammerkonzerte
Weltweit agierende Künstler, die hier tätig waren: u. a. Kirill Petrenko, Klaus-Maria Brandauer, Philipp Stölzl, Elīna Garanča