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Richard Mühlfeld

Johannes Brahms stellte ihn gern als „Fräulein von Mühlfeld, meine Primadonna“ vor und nannte ihn die „Nachtigall des Orchesters“.
Gemeint war der Meininger Klarinettist Richard Mühlfeld (1856-1907).
Der Bekanntschaft von Brahms und Mühlfeld verdanken wir die neben Mozart bedeutendsten und schönsten Kammermusikwerke mit Klarinette. Der Sohn des Salzunger Stadtmusikus Leonhard Mühlfeld erlernte zunächst Violine. 1873 trat er als Geiger in die Meininger Hofkapelle ein, wurde mitunter aber auch als Klarinettist eingesetzt. Schon in seiner Jugend hatte er die Grundlagen des Klarinettenspiels erlernt und bildete sich autodidaktisch so erfolgreich weiter, daß er 1879 die Erste Klarinette in der Hofkapelle übernehmen konnte.
Nicht nur Hans von Bülow war begeistert von Mühlfelds musikalischer Intelligenz und der Schönheit seines Tons. Von 1884 bis 1896 gehörte Mühlfeld auch dem Bayreuther Festspielorchester als Soloklarinettist an. 1891 lernte ihn Brahms kennen. Er war von Mühlfelds Spiel so angetan, daß er für ihn vier Werke mit Klarinette schrieb. Im Sommer 1891 entstanden das Trio a-Moll op. 114 für Klarinette, Violoncello und Klavier sowie das Klarinettenquintett h-Moll op. 115. Drei Jahre später folgten die beiden Klarinettensonaten op. 120. Ab 1892 unternahm Mühlfeld ausgedehnte Konzertreisen, u.a. mit Brahms und dem Geiger Joseph Joachim. Bis zu seinem unerwarteten Tod 1907 blieb er Mitglied der Meininger Hofkapelle.
Maren Goltz, Meininger Museen