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18.12.2019

SuedLink: Bisher keine Entscheidung zum Trassenverlauf

In einem aktuellen Schreiben informieren die deutschen Übertragungsnetzbetreiber über den Stand des Verfahrens zur Feststellung einer geplanten neuen Stromtrasse durch Südthüringen. Die Stadt und die Umlandgemeinden lehnen das Vorhaben ab.

Aktuell erhalten Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigte auf dem Gebiet der Stadt Meiningen und der Gemeinden Rippershausen, Stepfershausen und Sülzfeld Schreiben von Subunternehmen der SuedLink-Vorhabenträger, in denen sie zur Mitwirkung bei Artenschutzuntersuchungen aufgefordert oder zu Verhandlungen über Dienstbarkeiten oder Veräußerungen von Grundstücken aufgefordert werden.

In einem aktuellen Schreiben vom 5. Dezember 2019 teilen die Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH und TransnetBW GmbH hingegen mit, dass die Bundesnetzagentur einen Korridor für die SuedLink-Trasse bisher nicht festgelegt hat. Entscheidungen zum Verlauf werden erst im kommenden Jahr erwartet. Erst nach dieser Entscheidung könnte dann ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden mit dem Ziel, einen grundstücksgenauen Verlauf für die Trasse zu suchen.

Laut Bürgermeister Giesder gebe es somit für die Grundstückseigentümer bisher auch keine Notwendigkeit, Untersuchungen oder andere Vorarbeiten zur Bestimmung eines grundstückgenauen Trassenverlaufs zu dulden. Erst im Rahmen eines möglicherweise durchzuführenden Planfeststellungsverfahrens sind Grundstückseigentümer und sonstige Nutzungsberechtigte gesetzlich verpflichtet, entsprechende Vorarbeiten zur Vorbereitung der Planung etc. zu dulden.

Ein Beispielschreiben zur Beantwortung einer verfrühten Anfrage der Vorhabenträger und weitere Informationen, Termine und Ansprechpersonen finden Sie auf der Internetseite des Vereins „Thüringer gegen SuedLink“ (www.kein-suedlink.info), in dem auch die Stadt Meiningen Mitglied ist.

Bürgermeister Fabian Giesder nimmt das aktuelle Schreiben zum Anlass und erneuert die Forderung der Stadt, von der Verwirklichung des Trassenneubaus Abstand zu nehmen. Bisher fehle ein realistisches Gesamtkonzept zur Umsetzung einer sogenannten Energiewende. Der erwartete Nutzen des Vorhabens stehe in keinem Verhältnis zu den erwarteten gravierenden Auswirkungen für die heimische Bevölkerung, die regionale Wirtschaft sowie auf Natur und Landschaft. „Die Menschen und das Landschaftsbild unserer Region verdienen einen besonderen Schutz. Gerade wegen des besonderen Einklangs von Mensch, Natur und Landschaft widerspricht das Vorhaben SuedLink den Entwicklungszielen unserer Stadt“, so das Meininger Stadtoberhaupt.